Ab Juli 2018 wird die Performance einer Webseite bei mobilen Suchanfragen von Google für das Ranking berücksichtigt. Bisher war lediglich die Ladegeschwindigkeit einer Webseite für die Desktop-Suche relevant. Die Fokusierung des Konzerns auf den mobilen Traffic kommt nicht von ungefähr - seit 2017 werden weltweit über 50% des gesamten Web-Traffics von mobilen Endgeräten generiert.

Zwar wird die Perfomance nur einer von vielen Faktoren im Ranking sein und auch der Content weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Aber dieser Schritt von Google zeigt nur einmal mehr, welches Gewicht der Ladezeit mittlerweile beigemessen wird denn sie ist ein starker Einflussfaktor auf die User Experience.

Google empfiehlt dabei eine Ladegeschwindigkeit von 3 Sekunden anzupeilen. Dieses Ziel wird aber noch lange nicht von der Mehrheit der Webseiten erreicht wie eine Studie von Google herausfand. Bei 70% der analysierten mobilen Landingpages dauerte es mehr als 5 Sekunden bis sich der sichtbare Inhalt komplett geladen hatte. Die Empfehlung lautet daher vor allem die Anzahl der Elemente einer Seite gering zu halten (Best Practice: weniger als 50) und auf die Dateigrößen zu achten (Best Practice: weniger als 500 kb). 

Google Analyse-Tools

Google bietet eine Menge Tools an um seine eigene Seite analysieren zu lassen.

  • Chrome User Experience-Bericht: eine öffentliche Aufzeichnung wichtiger Nutzererfahrungen zur Verbesserung der Technik. Unter anderem wird beschrieben wie man die Datenbank SQL Querys optimieren kann um die Performance zu steigern.
  • Lighthouse: ein automatisiertes Tool und Teil von Chrome Developer Tools zur Überprüfung der Qualität in Bezug auf folgende Punkte:
    • Leistung
    • Progressive Web App (Checkliste)
    • Erreichbarkeit (auch für Screen Readers oder von Personen, die das Laden von Bildern verhindern. Es wird auch geprüft ob beispielsweise ein "Alternative Text" im Bildelement vorhanden ist.)
    • Best Practice (bswp. HTTPS verwenden, keine veralteten APIs nutzen usw., eben alles was auch die Sicherheit der Webseite einschränkt)
    • SEO (Prüft ob die Seite mobilfreundlich ist und die Standard-SEO-Merkmale wie HREF Lang etc erfüllt sind)

    Mit Lighthouse kann man bereits eine Menge Punkte optimieren, und das ganze ist Open-Source.

  • PageSpeed Insights - ein Tool, das anzeigt wie gut eine Seite im Chrome UX-Bericht funktioniert. Es schlägt Leistungsverbesserungen vor. Auch hier gibt es mehrere Kategorien wie Linkgrößen, Bildergrößen, Ladereihenfolge von CSS und JavaScript usw. 

Tipps zur Performance-Optimierung

Es gibt noch weitere Optionen um die Performance einer Website zu verbessern:

  • Bilder reduzieren und komprimieren - Je mehr Bilder vorhanden sind und je größer diese sind, desto schlechter ist die Ladezeit der Webseite.
  • Browser Caching nutzen - Diese Methode sollte mit Vorsicht genossen werden, um trotz Caching alle Inhalte der Website zeigen zu können.
  • Kompression - Eine schnelle, wenn auch nicht ganz optimale Lösung ist die Kompression, also die Verkleinerung von vorhandenen Dateien. Hier ist darauf zu achten, dass der Datenverlust bei verschiedenen CMS nicht zu groß ist.
  • Content Delivery Network (CDN) nutzen - Ein CDN ist ein Netz von weltweit verteilten Servern, mit denen Inhalte unabhängig von der eigenen Servergeschwindigkeit und Internetanbindung ausgeliefert werden können.
  • Prefetching einsetzen - Dabei werden bestimmte Seiten vorgeladen. Das ganze macht natürlich die Webseite nicht wirklich schneller, lässt diese nur schneller erscheinen da alles bereits vorgeladen worden ist.